Plakate auf Gutenbergs Spuren

„Mehr als das Gold hat das Blei die Welt verändert und mehr als das Blei in der Flinte das Blei im Setzkasten.“
– Georg Christoph Lichtenberg

Im Sommer 2019 stand ich – beim wunderschönen Weitblick Open Air des Regens-Wagner-Zentrums in Absberg – zum ersten Mal an einer Abziehpresse und druckte ein Festivalplakat. Von Hand hatte ich große, spiegelverkehrte Holzlettern und Klischees (später verschob sich die Wortbedeutung) in ein sogenanntes Schiff gesetzt, mit Magneten befestigt und mit verschiedenen Farben eingewalzt. Zu meiner Überraschung knallten Text und Bilder danach auf dem Papier mehr rein, als jeder schnöde Digitaldruck es je vermocht hätte. So begann beim weiten Blick über den Brombachsee meine Druckpassion.

Es hat etwas Meditatives, ein Kunstwerk mit einer historischen, im wahrsten Sinn mittelalterlichen Technik zu gestalten und dabei auf alle Herstellungsetappen Einfluss nehmen zu können. Ob mit Bleitypen, den leichteren Plakatbuchstaben oder Linolplatten erzeugt, ob schrift- oder motivlastig: Das fertige Produkt ist ein hunderprozentig „analoges“ Unikat und genauso „vintage“ wie das Tippen auf der Schreibmaschine oder das Abspielen von Schallplatten und Musikkassetten.

Glücklicherweise darf ich die Begeisterung jenes Benefizkonzerttages inzwischen an andere Menschen weitergeben. Und zwar gemeinsam mit Willi Halbritter, dem Künstler, der damals seine mobile Druckwerkstatt auf der Streuobstwiese des Absberger Schlosses aufgebaut hatte. Kinder wie Erwachsene können mit uns zurück in die Vergangenheit reisen, die Gutenberg-Galaxis erkunden und als Souvenir ihr selbstgemachtes Plakat behalten. Freude am kreativen Schaffen ist garantiert – während sich ganz nebenbei eine Menge über die Zeit des Buchdrucks, Typografie und gelungenes Design lernen lässt. Gerne besuchen wir Bildungs- und soziale Einrichtungen oder begleiten Kultur-Events, Aktionstage, Geburtstagsfeiern und Co.

Voraussetzungen

  • idealerweise unempfindlicher Boden
  • 2-3 stabile Tische
  • Aufhängemöglichkeit für eine Wäscheleine
  • Zufahrt/Parkplatz in der Nähe
  • Wasseranschluss (nicht zwingend notwendig, aber von Vorteil)