Die „Schwarze Kunst“

„Große Anerkennung verdienen auch ihre Arbeiten im bildnerischen Bereich. Sie lassen ein großes Talent zum Malen, sowie einen ausgeprägten Sinn für Formen und Farben erkennen. Die gestalterische Umsetzung der Themen gelingt ihr ausgezeichnet.“
– Zwischenzeugnis, 1. Klasse

Lange bevor ich Geschichten lesen oder aufschreiben konnte, habe ich sie gemalt und gezeichnet. Stundenlang durchstreifte ich als kleines Mädchen mit ein paar Pinseln und Stiften meine Fantasie… Im Sommer 2019 entdeckte ich dann den Reiz der manuellen Vervielfältigung meiner Bilder, und zwar mithilfe der beiden Hochdruckverfahren Linolschnitt und Letterpress. Hello, Gutenberg-Virus!

Es hat etwas Meditatives, ein Kunstwerk mit einer historischen, im wahrsten Sinn mittelalterlichen Technik zu gestalten und auf alle Etappen und Materialien Einfluss nehmen zu können. Ob mit Bleitypen, Holzschriften oder Linolstempeln erzeugt, ob motiv- oder textlastig oder auf selbstgeschöpftes Büttenpapier gedruckt – das fertige Produkt ist ein 100%ig „analoges“ Unikat und genauso „vintage“ wie das Tippen auf der Schreibmaschine oder das Abspielen von Schallplatten und Magnetbändern.

Auf jeden Fall knallt die expressive Ästhetik der sogenannten Schwarzen Kunst, die eben auch eine Kunst der Entschleunigung ist, die schnöde digitale Massenware locker weg. Und aus meiner Passion für schöne Grafiken machte sie einen Beruf: 2020 habe ich meinen Keller zum Buchdruckstudio umfunktioniert, mit einer wuchtigen alten Zylinderabziehpresse namens „Typy Hedren“ als Dreh- und Angelpunkt.

Hier in der Unterwelt entstehen – mit viel Herzblut und Freude am handwerklichen Experimentieren – meine heute erhältlichen Arbeiten. Teils in limitierten Editionen und trotz der Möglichkeit zur Reproduktion immer einmalig, denn keiner der kostbaren Drucke gleicht wie ein Ei dem anderen. Gerade die winzigen Unterschiede und „Unvollkommenheiten“ sind es, die ich liebe.

Optische Inspiration beziehe ich aus der Natur, dem Jugendstil, der Folklore diverser Länder und dem Look der Sixties. Thematisch heißt es bei mir meist „Viva la Pop Culture!“ Ich kreiere Hommagen, verstecke Zitate und verbinde bekannte Versatzstücke zu etwas Überraschendem. Oft kommt dabei meine innere Idealistin durch und ich bekämpfe gewaltfrei die Zerstörung unserer Umwelt oder hinterfrage soziale Ungleichheit. Der praktischen Verwendung meiner Lettern und Linolschnitte für originelle Flugblätter, Plakate, Grußkarten, Lesezeichen etc. sind keine Grenzen gesetzt.

Stöbere doch mal im Katalog und melde dich bei mir, wenn du einer meiner Schöpfungen ein neues Zuhause geben möchtest! Sollte dir in Verbindung mit meinem Oldschool-Stil ein ganz bestimmter Print vorschweben, fertige ich gerne etwas Einzigartiges für dich an!