Viel Holz, viel Regen, viel Flair – Die 2. „Kunst am Hof“ in Hundsdorf

Wer in Gunzenhausen dem Trubel des ersten Kerwa-Wochenendes ein wenig entfliehen wollte, fand auf dem ehemaligen Bauernhof von Bernd Gloßner ein so urwüchsiges wie wohltuendes Kontrastprogramm vor: Für zwei Tage stand das versteckt – dafür aber im wahrsten Sinn malerisch – gelegene Anwesen im Ettenstatter Ortsteil Hundsdorf noch mehr als sonst im Zeichen der Schöpferkraft.

Nach der erfolgreichen Premiere im letzten Jahr ist die heuer von neun Künstlerinnen und Künstlern gestaltete Ausstellung mit dem Titel „Kunst am Hof“ erneut gut besucht. Trotz teils heftig strömenden Regens ergießen sich an beiden Veranstaltungstagen viele neugierige Gästegruppen über das Gelände, um höchst unterschiedliche Exponate zu betrachten, Naturmaterialien zu befühlen, bei Kaffee und Kuchen angeregt zu diskutieren und vielleicht das eine oder andere Objekt mit nach Hause zu nehmen.

Nicht zu übersehen sind die feisten und raumgreifenden, mit der Motorsäge geschnitzten Holzskulpturen des Hausherrn, doch verwandelt Bernd Gloßner den Rohstoff aus seinem eigenen Forst durchaus auch in handschmeichelnde Gebrauchsgegenstände wie etwa Frühstücksbrettchen. Elfriede Raab aus Pleinfeld ist vom Werken mit dem Waldprodukt gleichermaßen angetan, klassisch der Malerei verschrieben haben sich hingegen die Pappenheimerin Birgit van der Gang und Susanne Heinrich aus Roth. Unter deren Gemälden sticht das Wimmelaktbild „WIR“, das beim diesjährigen NN-Kunstpreis wegen einer überraschenden Striptease-Performance für Aufruhr sorgte, besonders heraus.

Der Ellinger Grafiker Willi Halbritter hat seine nicht nur bei Kindern beliebte mobile Druckwerkstatt aufgebaut; in geringer Entfernung präsentiert Barbara Dahms, die ebenfalls in Ellingen lebt, Schmuck aus Silber und Pappmaché. Porträts auf Papier gibt es bei Maria Mayr aus Poing zu bestaunen, durchs Feuer gegangen ist die Kunst ihres Neffen Robin Mayr aus der Alten Hammerschmiede in Bergen.

Ein erfrischend aus der Reihe tanzendes Konzept verfolgt Gabi Weigt, die Zweitjüngste in der Runde. Ihre Illustrationen fertigt sie teils per Smartphone-App an und „analog“ arbeitend entdeckt man die Wahlnürnbergerin schon mal im Pressegraben von Musikfestivals. Mitten zwischen den schweren Geschützen der Kameraleute fängt sie dort, ähnlich einem Gerichtszeichner, die Szenen auf der Bühne mit flinken und filigranen Strichen ein.

Die überreiche Auswahl für die Augen ergänzt schließlich noch ein kreatives Angebot für die Ohren: Gemeinsam mit dem Mörnsheimer Rhythmuscoach Joachim Preiß kann man sich im freien Trommeln ausprobieren, was den nebenan weidenden Schafen neugierige Blicke entlockt und unter den weit geöffneten Himmelsschleusen ziemlich befreiend und reinigend wirkt. Bleibt zu hoffen, dass auch die Pforten des Hundsdorfer Bauernhofs im nächsten Jahr wieder weit offen stehen werden, dann jedoch gern bei Strahlewetter.

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