Visitenkarten

Darf ich vorstellen: meine Spiel-, äh, Visitenkarten. Oder: Alice im Wunderland trifft High Fidelity…! Der Inhalt reduziert aufs Wesentliche, die Ausführung erstmals komplett perfektionismusbefreit.

Weil ich ein Spieler bin und das Papierformat so schön passt, habe ich einen alten Kartensatz aus meiner Kindheit recycelt. Damit habe ich früher stundenlang Patiencen gelegt, meine Cousine zu Rommé-Turnieren herausgefordert oder eine blumenlose Variante von „Er liebt mich, er liebt mich nicht“ gezockt – die Patina aus Blut, Schweiß und Tränen ist also echt!

Und nachdem das Papier ausgewählt war, welches Druckmotiv hätte sich dann besser darauf gemacht als die vom Format her genauso perfekt geeignete Musikkassette? Schließlich bin ich ein Kind der späten 80er und frühen 90er und habe diese kleine Reminiszenz an die analoge Kunst des Mixtape(n)s auf meiner mobilen Presse „Woody“ gedruckt. Somit auch analog, ohne Strom, nur von Hand. Ich sag’s ja: Blut, Schweiß, Tränen, Baby…!

Weil das Motiv folglich leicht überladen ist, gibt’s auf der Textebene bewusst bloß eine einzige, simple Zeile, die den Weg zu allen relevanten Informationen weist. Optional werde ich in die weißen Kreise noch Spulen stempeln, auf dass der Bleistift beim Drehen des Magnetbandes auch Halt haben möge. Aber das ist dann eher was für neutrale Untergründe…

Visitenkarten
Linolschnitt auf alten Spielkarten
ca. 9 x 6 cm
offene Edition